Erndwein erklärt Gesangsbegriffe #1

Gesangsbegriffe einfach erklärt
Posted by Erndwein singt

Singen lernen allein ist schon eine Herausforderung. Dann gibt es auch noch Gesangsbegriffe, über die ein jeder Hobbysänger immer wieder stolpert. Deshalb gibt es heute mal eine Folge: Erndwein erklärt Gesangsbegriffe, um für euch einfach mal Klarheit zu schaffen.

Was ist/sind eigentlich …

Liptrills

Liptrills oder Bubble Lips sind zu Deutsch das Lippenflattern oder Pferdeschnauben.

Wenn ein Kleinkind mit Autos spielt, dann macht es gerne Liptrills, um das Geräusch des Autos nachzuahmen.

Aber wozu sind sie denn gut? Außer, dass man dabei mehr als bescheuert aussieht und es bei Ungeübten eine ziemlich feuchte Angelegenheit wird …

Liptrills sind die perfekte Art, deine Stimme aufzuwärmen. Durch das Lippenflattern entsteht eine Vibration, was zur Massage der Stimmlippen führt. Sie werden auf sanfte Art und Weise zum Schwingen gebracht. Und genau deshalb bereiten sie die Stimme so wunderbar für die Gesangsübungen vor. Wir trainieren damit auch, dass der Luftstrom für die gesungenen Töne konstant bleibt, deshalb helfen sie uns auch, den Übergang (auch Passagio oder Bruch) zu glätten.

Die Liptrills wärmen nicht nur die Stimme auf, sondern auch das Zwerchfell (um auch mal klugzuscheißen, altgriechisch: Diaphragma), wodurch wir eine bessere Atemkontrolle und Stütze erlangen können. Um die Lippen zum Flattern zu bringen, brauchen wir Luft und einen gleichmäßigen Luftstrom. Wenn wir also einen Liptrill machen, dann kommt die Luft dosiert an die Lippen und entweicht nicht unkontrolliert, das heißt wir behalten die Luft im Körper. Beim Singen geht es nämlich nicht darum, die Luft schnellstmöglich rauszupusten, sondern eher darum, die Luft drinnen zu behalten.

Die Liptrills nehmen den Druck aus der Stimme bzw. den Stimmlippen. Da der Luftdruck auf den Lippen ist, entsteht kein Druck im Hals.

Nach einem Konzert dienen die Liptrills auch wunderbar als Cool-down.

Singer’s High

Das ist der Zustand, den wir erreichen, wenn wir im Gesangsflow sind. Wir lassen los und sind eins mit unserer Stimme. Diese Empfindung gibt uns ein Hochgefühl – und macht süchtig!!!

Bruststimme

Die Bruststimme (weitere Gesangsbegriffe: Vollstimme, Modal, M1) ist die Stimme, mit der wir für gewöhnlich sprechen. Sie definiert den unteren Bereich unserer Stimme. Wenn du unsicher bist, ob du in der Bruststimme bist, dann lege eine Hand auf deinen Brustkorb und sprich ein lautes ‘Hey’. Wenn du eine Vibration spürst, dann weißt du, bist du in der Bruststimme.

Kopfstimme

Die Kopfstimme (andere Gesangsbegriffe dafür lauten: Randstimme, M2-Register) ist die Stimme, die wir im hohen Bereich unserer Stimme benutzen (sollten). Sie vibriert nicht mehr im Brustkorb, man kann sie aber im oberen Bereich des Kopfes wahrnehmen. Sie klingt bei Untrainierten gerne mal hauchig und so gar nicht zum Rest der Stimme (der Bruststimme) gehörend. Die Kopfstimme gilt es gründlich zu trainieren, da wir sie im normalen Alltag selten benutzen.

Bruststimme hochziehen (oder auch: Der Grölmodus)

Das ist der Zustand, den man erreicht, wenn man das oben erwähnte ‘Hey’ immer höher zieht. Die Stimme wird lauter, polternder, grölender. Man ist dann im ‘Grölmodus’ und das klingt weder schön, noch ist es gesund.

Der Bruch

Der Bruch (oder andere Gesangsbegriffe lauten auch Übergang oder Passagio) ist der Zustand, den wir beim Singen erreichen, wenn wir die Bruststimme hochziehen und dann zulassen, aus diesem ‘Grölmodus’ in die Kopfstimme zu brechen … Dadurch, dass die Bruststimme immer lauter wird, je höher wir sie ziehen, schwächen wir gleichzeitig die Kopfstimme, weil wir ihr keinen Raum zum Wachsen geben. Dieser Bruch wird also umso hörbarer, je weiter wir die Bruststimme hochziehen. Dann bleibt nur noch der Bruch in eine hauchige Kopfstimme.

Das ist ein Teufelskreis; wenn nämlich die Kopfstimme zu schwach und hauchig ist, dann greifen wir nur selten auf sie zurück und „grölen stattdessen“ – wir wollen ja schließlich nicht hauchig klingen. Aus diesem Teufelskreis kommt man dann auch nur ganz schwer raus. Deshalb ist das Ziel beim Trainieren der Stimme, diesen Bruch zu glätten, indem man daran arbeitet, die Kopfstimme zu stärken, den Druck aus der Bruststimme zu nehmen und so die Mittelstimme zu finden und zu stärken.

Mittelstimme

Die Mittelstimme (Mix) sind die Töne zwischen der tiefen Bruststimme und der hohen Kopfstimme, also rund um den Übergangsbereich. Damit wir nicht die (nackte) Bruststimme hochziehen und einen deutlichen und hörbaren Bruch haben, lernst du beim Gesangsunterricht, immer mehr Kopfanteil mit reinzugeben. Je höher wir singen, desto mehr müssen wir  also Kopfstimme mit reinmischen. Und je tiefer wir singen, desto mehr müssen wir Bruststimme mit reinmischen. Es gibt also unendlich viele Arten, Mittelstimme zu singen. Es gibt den brustlastigen, den 50/50 und den kopflastigen Mix und dazwischen ganz viele Nuancen. Wenn die Mittelstimme gut trainiert ist, dann hast du von ganz Tief bis ganz Hoch eine ausgewogene und gesunde Stimme und Gesangstechnik!

Solltest du jetzt gänzlich verwirrt sein, dann kein Problem – melde dich einfach bei mir und wir vereinbaren eine Gesangstunde online oder bei mir vor Ort.

Bis zum nächsten Mal!

Deine,

 

Dani 💛

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