Kopfstimme leicht gemacht – mit diesen 3 Tipps

Kopfstimme singen
Posted by Erndwein singt

Was genau ist denn unsere Kopfstimme?

Die Kopfstimme ist das höhere Register unserer Stimme. Unser Stimmklang ist weicher, leichter und auch luftiger, weil unsere Stimmlippen in der Kopfstimme weniger Kontaktfläche haben.

Wenn wir in Kopfstimme singen, dann kommt der CT-Muskel (m. cricothyroideus) zum Einsatz. Er sorgt dafür, dass die Stimmlippen gedehnt, also verlängert werden, was Spannung auf den Stimmlippen erzeugt und dadurch entstehen hohe Töne.

Die Kopfstimme ist für die Flexibilität und Geschmeidigkeit in unserer Stimme zuständig. Um eine ausgewogene Stimme zu haben und auch unsere Mittelstimme zu trainieren, ist es wichtig und notwendig, sowohl die Kraft wie auch die Flexibilität zu trainieren.

Gerade bei den Männern muss ich nicht selten einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Selbst wenn du nicht vorhast, hohe Lieder zu singen, trainiere deine Kopfstimme. Ganz besonders dann, wenn du hauptsächlich Power-Songs singst, weil du beispielsweise in einer Party- oder Rock-Band singst, ist es unerlässlich als Ausgleich Kopfstimme zu trainieren.


Was passiert denn, wenn ich keine Kopfstimme trainiere?

Bevor ich dir gleich 3 Tipps gebe, wie du deine Kopfstimme kräftigen und trainieren kannst, möchte ich erst einmal zusammenfassen, was passieren kann, wenn du deine Kopfstimme nicht trainierst:

  • Deiner Stimme fehlt die Leichtigkeit

Wenn es deiner Stimme an Geschmeidigkeit, Weichheit oder Leichtigkeit fehlt, dann klingt sie und somit auch deine Lieder zu schwer, zu angestrengt und manchmal sogar grölig.

  • Deine Repertoire-Möglichkeiten sind eingeschränkt

Du bist, was den Klang und deine Repertoire-Auswahl angeht, extrem eingeschränkt, denn dadurch, dass du nur auf deine Kraft zurückgreifen kannst, kannst du keine oder höchstens nur wenige sanften, intimen Lieder singen.

  • Dein Tonumfang ist beschränkt.

Da dir die Höhen fehlen, kannst du nur tiefe bis mittelhohe Lieder singen, was sich wieder auf deine Repertoire-Möglichkeiten auswirkt.

  • Es langweilt auf Dauer dein Publikum.

Wenn kein Überraschungsmoment kommt und du immer gleich klingst, dann kann es sein, dass dein Publikum irgendwann das Interesse verliert. Wie findest du es denn, wenn ein Sänger ein kraftvolles Lied beltet und im nächsten singt er plötzlich ganz sanft, leise und intim? Das macht Gänsehaut. Das sorgt dafür, dass dein Publikum dir gebannt lauscht und am Ende von deiner stimmlichen Vielfalt beeindruckt und begeistert ist. Also: Zeig deinem Publikum, was alles in dir steckt, indem du deine Stimme ausgewogen trainierst.

  • Du kannst nicht dein ganzes stimmliches Potenzial ausschöpfen.

Wie schade wäre das denn bitte? Ist es nämlich nicht gerade das Großartige am Singen, sämtliche Facetten seiner Stimme zu zeigen, mal sanft, mal hoch, mal kraftvoll, mal tief, mal hauchig, mal zerbrechlich, verletzlich, mal fordernd?

  • Du kannst auf Dauer deiner Stimme schaden.

Bruststimme ist natürlich nicht per sé ungesund, sie ist ja schließlich unser Kraftregister. Aber wenn du keine Flexibilität in der Stimme hast, dann neigst du einfach dazu, grundsätzlich zu schwer zu singen. Und wenn deine Höhen nicht oder kaum trainiert sind, greifst du natürlich immer wieder auf die Bruststimme zurück – auch, wenn du höher singen willst. Dann kann es passieren, dass du deine Bruststimme hochziehst, weil du einfach nicht anders hoch singen kannst. Und das ist definitiv ungesund.


Alles schön und gut, aber wie finde und trainiere ich sie denn jetzt eigentlich?

Es gibt unendlich viele Tipps und Ansätze, die dir helfen, deine Kopfstimme zu trainieren. Von mir bekommst du 3 Tipps, die ich in meinem Unterricht immer wieder anwende und bei meinen Sängern erziele ich damit gute Erfolge:

  • Summe auf einem leichten Mmmhh.

Dadurch trainierst du deine Nasenresonanz. Und Nasenresonanz hat ganz viele Vorteile, unter anderem fördert es die Kopfigkeit. Damit meine ich, dass die Nasenresonanz automatisch Kopfstimme in deiner Stimme fördert. Also wird deine Stimme dadurch flexibler und leichter. Das bedeutet also, dass, wenn du summst, es dir bzw. deinen Stimmmuskeln leichter fällt, in ein leichteres Register zu wechseln, also in die Kopfstimme.

  • Singe deine Lieder oder Übungen auf ein U/OO.

Das U ist ein klassischer Kopfstimmvokal. Mit dem U wird dir also der Übergang in die Kopfstimme erleichtert und du wirst feststellen, dass dein Klang direkt leichter und weicher ist. Wenn du das dann mit dem Mmmhh kombinierst und daraus ein Mooh bzw. Muuh machst, umso besser.

  • Sei eine Operndiva oder ein Operntenor.

Das klingt so bescheuert und albern, aber wenn du so tust, als wärst du ein Opernstar, dann kommen plötzlich Töne aus dir heraus, von denen du noch gar nicht wusstest, dass sie überhaupt in dir stecken. Das kostet etwas Überwindung, ich weiß, aber es wird dir helfen, deine klassische Kopfstimme zu erkunden und somit zu stärken.

Vielen Sängern fällt es zunächst schwer, den Klang der Kopfstimme zuzulassen, eben weil er so anders ist als die eigene Sprechstimme. Ich kenne das nur zu gut. Aber die Kopfstimme können wir nur trainieren, wenn wir sie auch benutzen.

Deshalb baue Kopfstimmübungen in deine tägliche Überoutine mit ein. Mach Slides (Sirenen) auf einem Mmmmhhh oder U/OO, sing Skalen (Tonfolgen) auf Mooh und tu dabei so, als würdest du die schönste Arie schmettern. Das muss wie immer nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. 5 Minuten täglich bewusst Kopfstimme trainieren und sich auf den erst mal fremden Klang einlassen, reichen schon. Das ist allemal besser, als einmal in der Woche für eine Stunde üben. Durch diese kurzen, aber regelmäßigen Übe-Einheiten wirst du schon in kurzer Zeit merken, dass dir die hohen Töne leichter fallen und sie auch nicht mehr ganz so hauchig oder luftig sind.

Wie mit allen Tipps und Übungen, die ich mit dir in meinen Blogartikeln oder in meinen Social Media-Beiträgen teile, gilt: Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, dann machst du etwas falsch. Wenn du alleine mit den Übungen nicht zurecht kommst, dann kann es sich lohnen, hier und da eine Gesangstunde zu nehmen. Muss man wöchentlichen Unterricht nehmen? Nein! Ein paar Gesangstunden können schon helfen, um Fehler auszumerzen oder einfach ein paar Impulse für die Kopfstimme oder welches Thema auch immer dich interessiert, zu bekommen. Brauchst du also Unterstützung, dann weißt du ja, wo du mich findest.

In uns allen steckt eine kleine Operndiva (oder natürlich ein kleiner Operntenor). Lass sie raus und feiere sie! So steht deiner kraftvollen, geschmeidigen Kopfstimme nichts mehr im Wege.

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Hauchige, schwache Kopfstimme war gestern!

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Hast du die Übung mal ausprobiert? Wie ist es dir damit ergangen? Ich freue mich über deinen Kommentar.

Bis zum nächsten Mal.

Deine,

 

Dani 💛